FaceApp – viele Gesichter, wenig Datenschutz

Derzeit ist die FaceApp in Büros und auf Parties Gesprächsstoff. Aus Sicht des Datenschutzes ist die Fun-App sehr kritisch zu sehen.

Viel Fun - mit Hintergedanken

Mit der in der Grundversion kostenlosen FaceApp kann man sich auf hochgeladenen Bildern verjüngen oder altern lassen – oder testweise das Geschlecht tauschen. Die App legt hierfür verschiedene Filter über das Bild, die von einer Künstlichen Intelligenz berechnet werden. Für die Nutzer ist das ein Vergnügen, über das sich trefflich plaudern und chatten lässt – nicht ohne Grund ist die App derzeit die beliebteste App auf der Welt. Allerdings: Wer wirklich alle Funktionen zur Bildbearbeitung haben möchte, muss die Vollversion für 44 Euro einmalig oder 20 Euro im Abo ausgeben. Die kostenlose Version erzeugt nur Standardbearbeitungen mit Wasserzeichen auf den Fotos.

Achtung Datenabfluss!

Allerdings sammelt FaceApp auch großzügig Daten, die für die Bildbearbeitung nicht erforderlich sind, etwa IP-Adresse, Browserhistorie sowie Angaben zum Endgerät und zum Betriebssystem – Angaben, die detailllierte Nutzerprofile ergeben. Die genutzte Künstliche Intelligenz, die die Bildbearbeitung ermöglicht, wird auch bei der Erfassung biometrischer Daten genutzt. Und wohin die russische App-Software die erhobenen Daten schickt, steht nicht in der Datenschutzerklärung. Fest steht, dass die Bildbearbeitung in jedem Fall auf dem Server und nicht auf dem Endgerät erfolgt und somit jeder Bildupload die Datenbasis vergrößert.

In den USA als Risiko eingestuft

In den USA gibt es bereits die Forderung, die App vom FBI prüfen zu lassen, ob sie Daten von US-Bürgern beispielsweise an die russische Regierung übermittelt. Andere Experten wollen eine Übertragung an Amazon- und Google-Server festgestellt haben.

Unklare Datenweitergabe-Regelungen

Ob und wann die Bilder aus FaceApp wieder gelöscht werden, lässt sich nicht nachvollziehen. Außerdem erlauben die Nutzer dem Appbetreiber durch die AGB, die hochgeladenen Fotos zu bearbeiten, zu speichern und kommerziell zu nutzen. Da weder die Datenweitergabe klar erklärt noch ein Datenschutzbeauftragter benannt ist, gilt die App als Fall für die Datenschutzbehörden. Gerade wegen der Einbindung biometrischer Auswertungsmöglichkeiten sollten Nutzer sich genau überlegen, ob ihnen der Spaß der kostenlosen Bildbearbeitung dieses Datenschutzrisiko wert ist.

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